|
Der Sommer war verregnet und unsere Ausfahrten konnten aus diesem Grund leider nicht alle wie geplant stattfinden. Der Spätsommer musste es also richten.
Seit einigen Wochen schon hat unser Tourenorganisator Fränki das Wetter im Internet beobachtet und dann den Startschuss gegeben für unsere Ausfahrt in die Alpen. Leider waren doch einige Vereinmitglieder aufgrund der Wettervorhersage (Sturm und Föhn) sehr skeptisch, so dass tatsächlich nur eine kleine Gruppe von Berufsoptimisten die Reise antrat.
Teilnehmer waren: „Fränki“ Frank Peter, Matthias Voigtmann, Andreas Engelhard und Joachim Vetter
Entschieden haben wir uns als Standort für Bezau in Vorarlberg. Von
hier aus hatten wir geplant neben dem Fliegen auf der Niederen einige
Ausflüge in die Schweiz zu unternehmen. Gleich nach der Ankunft in Andelsbuch und dem Studium der
Wettervorhersage am Landeplatz war für uns klar, dass das Wochenende so
schlecht wie vorhergesagt nicht werden würde. Der Flug an diesem Nachmittag war auch gleich vollkommen entspannend
in einer nicht mehr so kräftigen Spätsommerthermik. Besonders
ungewöhnlich war nach ca. 1,5 Std. Flug, nur noch etwa 100 m über dem
Landeplatz, ein schöner Bart in dem wir gemeinsam mit zwei
„Thermikgeiern“ auf fast 1.000 m wieder aufsteigen konnten.
Entsprechend gut war die Stimmung als wir am nächsten Tag nach
Appenzell zur Ebenalp gefahren sind. Von dem vorhergesagtem Sturm war
nichts zu spüren und wir haben zwei schöne Flüge machen können.
Der Sonntag sollte nach Wettervorhersage der beste Flugtag werden.
Wir haben uns entschieden nach Unterwasser zum Chäserrugg in die
Schweiz zu fahren. Die auf der Fahrt dorthin eingeholten Wetterinfos,
von einem sehr ambitionierten deutschen Piloten, hat mir mental erst
einmal die Lust am Fliegen genommen. Seine Prognose war Föhn für diesen
Tag. Wir haben jedoch gemeinsam den Himmel und die Wolken ausgiebig
studiert; von Föhn gab es keinerlei Anzeichen. Auch die einheimischen
Piloten haben keinen Föhn erkennen können. Somit sind wir auf den
Chäserrugg zu den 7 Churfirsten (Zinnen) auf 2.262 m aufgefahren.
Der Startplatz ist nicht besonders anspruchsvoll und der Wind hat so
angestanden, dass wir zuverlässig rückwärts aufziehen konnten. Was wir
jedoch gleich nach dem Start gesehen haben, hat uns allen die Sprache
verschlagen. Direkt nach dem Start fällt das Gelände fast senkrecht um
über 1.800 m bis zum Walensee ab. Ich glaube, dass ich so beeindruckt
war, dass ich nicht mein ganzes Können in der noch guten Thermik nutzen
konnte und es vorgezogen habe nach einigen Runden den Rückflug ins Tal
anzutreten…schade!
Die letzten Stunden dieses schönen Tages musste ein entspannendes
Fluggebiet her. Wir sind zur Ebenalm zurückgefahren. Wir sind zwar hier
noch zu einem schönen Thermikflug gekommen, mussten jedoch feststellen,
dass die Piloten die zum Hohen Kasten und zum Kronberg aufgefahren
waren die bessere Entscheidung getroffen hatten. Hier wurde noch am
Spätnachmittag deutlich überhöht.
Am letzten Tag sollte tatsächlich der Föhn kommen und wir haben uns
dann gegen Fliegen und für Sightseeing entschieden. Wir sind gratis zum
Diedamskopf aufgefahren (Die Bregenzerwaldkarte macht’s möglich) und
wollten den Föhnsturm genießen. Er kam aber nicht, und das was an
Föhnanzeichen am Himmel erkennbar war ist am frühen Nachmittag wieder
zusammengebrochen. Man hätte sicherlich an diesem Tag fliegen können, aber das schöne Alternativprogramm hat die kurze Ausfahrt auch abgerundet. Weitere Bilder sind in der Galerie zu finden.
Joachim Vetter
|