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DHV-Sicherheitsmitteilung: |
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Fliegerurlaub auf Lanzarote 8. bis 15. Februar 2009 |
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Was wurde uns nicht alles Betrübliche über diese Insel erzählt von Leuten, die noch nie dagewesen waren: "Sehr karg, überall nur Vulkanasche, nichts Grünes, zum Wandern nicht geeignet"! Nun ja, wir haben uns auf die Erfahrung und die Aussagen von Fränki und Achim verlassen, die uns eine außergewöhnliche Insel versprachen mit Möglichkeiten, von verschiedenen Startplätzen aus zu fliegen.
So sind wir denn guter Hoffnung Sonntag in aller Herrgottsfrüh in Paderborn in den Düsenclipper gestiegen, wir, das sind neben den beiden Reiseorganisatoren und -führern (beiden an dieser Stelle ein großes Kompliment für Vorbereitung und Realisation unserer gelungenen Fliegerreise) Hagen, Martin, Peter und Thomas. Schon bei der Anfahrt zum Flughafen "zog die Temperatur an", so dass sogar die Tragflächenvereisung beseitigt werden musste. Welch ein wohliges Gefühl dagegen in Arrecife, als wir nach einer Zwischenlandung auf Gran Canaria bei 19 Grad unsere zwei Mietautos beluden. Jetzt gesellte sich auch unser 7. Kamerad dazu, Andreas, der nicht nur wegen seines Wagens willkommen war.
Eine wunderschöne gepflegte Bungalowanlage mit Pool erwartete uns, wir
bezogen die Zimmer in zwei Reihenhäusern und begutachteten erst einmal
den einige Kilometer entfernten Hausberg bei Mala. Der Wind blies wie
vorhergesagt sehr kräftig - um die 33 km/h - aber er sollte abends
jeweils einschlafen. Am Ankunftstag tat er uns den Gefallen nicht und
wir verzichteten darauf, über den Startplatz geschleift zu werden oder
einfach nicht in der Luft vorwärts zu kommen. Stattdessen lauschten wir
dem Meeresrauschen und aßen spanisch.
Am nächsten Tag zeigte sich der Wind wieder von NO, so dass wir erneut
Mala wählten und dort mittags starteten. Einige flogen zum Landeplatz,
wo sie mit dem 3. Auto wieder hochfuhren und andere ruhten sich beim
Toplanding aus. Dort wurde auch die Absprache getroffen, direkt zum
Strand zu fliegen. Da Hagen unentwegt am Hang rumgondelte, flog Achim -
ihm Signal gebend - vor. Und so wurde nach diesem ersten Flugtag das
verdiente "Landebier gezischt". Ja, und auf das Abendessen - das wir an
jedem Abend woanders einnahmen - freuten wir uns genauso wie auf das
teils frozzelige Austauschen von Flugerlebnissen (mit "Fliegerlatein"
gespickt).
Fränki, der die Insel wir seine Westentasche kennt, gelang es stets,
uns bei den nun folgenden Rund- und Besichtigungsfahrten die
Vielschichtigkeit der Landschaft nahezubringen sowie Aussichtspunkte,
verborgene Winkel, landestypische Dörfchen und Startplätze zu zeigen.
Am Dienstag fuhren wir Richtung Orzola, hielten zwischendurch an einem
romantischen Sandstrand, an dem wir wenigstens mit den Füßen das kühle
Nass spüren konnten (Martin erfrischte sich fast jeden Morgen im Pool,
brrrr!) und schauten zur riesigen Felswand des Mirador del Rio - den
wir später noch kennen lernen sollten - am nördlichsten Ort Lanzarotes
empor. Von diesem Fuße aus könne man sich bei NW hochsoaren, hieß es.
Und wie zur Bestätigung versuchten es zwei einheimische
Gleitschirmflieger tatsächlich, was dem einen misslang und den anderen
nach einigen Minuten landen ließ. Wir sind daraufhin zum Startplatz
hochgefahren, auf zum Teil "abgefahrenen" Wegen, die Autos und Fahrer
forderten. Ja, und dann beeilten wir uns, schnell ein für uns neues
Fluggelände zu erkunden: Mácher, südwestlich von Puerto del Carmen.
Dort genossen wir ausgedehnte Flüge, obwohl der Startwind nicht immer
günstig war und mancher von uns einige Zeit warten oder den
"Absprungplatz optimieren" musste. Als wir heimfuhren, bestaunten wir
noch ein bizarres Schauspiel: Schäfchen-Wolkenfelder wurden von der
Abendsonne rötlich angestrahlt und entführten uns ins Reich des
Surrealen.
Als wir am nächsten Tag einen neuen Startplatz ansteuerten, platzte ein
Reifen; wir wechselten problemlos und schauten uns dann den
West-Klippenstartplatz bei Famara an. Und schon "segelten" wir in
Gedanken - bei günstigem NW-Wind - die ganze Kante dieses gewaltigen
Gebirgsmassivs bis zur Nordspitze bei Mirador del Rio. In der Nähe
besuchten wir die landestypischen Flair ausstrahlende Kleinstadt
Teguise, deren reizvolle Geschäfte und Nischenläden wir fast alle
"abklapperten", um schon mal die ersten Souvenirs zu kaufen. Thomas
buchte in weiser Voraussicht einen Tisch für Freitag Abend. Na, jetzt
wollten wir aber noch fliegen! Wir fuhren schnurstracks nach Mala, wo
ein deftiger Wind blies. Während unser routiniertester Flieger, Fränki,
souverän in die Luft kam, wurde der eine oder andere von uns ganz schön
- durch die Kompression bedingt - stehend oder liegend über den
Startplatz geschleift. Hagen war nach zwei Versuchen "bedient" und
stieg mit Martin 11 Meter abwärts, wo beide bequem abhoben. So waren
uns noch schöne Viertelstunden vergönnt. Allein Thomas hatte durch ein
von Zuhause mitgebrachtes Handicap keine Gelegenheit, zu fliegen, war
aber immer dabei und half uns allen, wo er konnte. Und das kulturelle,
landschaftliche sowie kameradschaftliche Gemeinschaftserlebnis war ja
auch ein Teil des Urlaubs.
Nicht zum Fliegen kamen wir alle am Donnerstag, weil bereits am Morgen
ein saumäßiger Wind vom Meer her übers Land blies. So machten wir uns
auf zu einer Sightseeingtour in den Südwesten der Kanareninsel. Wir
sahen zum ersten Mal Weinanbaugebiete mit den typischen
Lavasandkratern, deren knorrige Weinstöckchen durch kleine
Lavasteinwälle geschützt werden. Dort mussten wir dann die berühmten
Lanzarote-Weine probieren, was am besten vor Ort in der Bodega gelang:
genussvoll! Ein Muss ist auch der Timanfaya-Nationalpark, den wir an
Kamelen mit Touristen vorbei zur Mittagszeit erreichten. Hier kochte
die Erde in einigen Metern Tiefe, was uns eindrucksvoll demonstriert
wurde: Gestrüpp brannte lichterloh - Dampf/Wasser-Fontänen schossen aus
Eisenrohren in die Höhe, nachdem ein Eimer hineingeschüttet wurde -
Erdwärme erhitzte Hähnchenschenkel und andere Leckereien auf dem
Lavagrill. Zurückgekehrt war Poolnachmittag angesagt oder Imbissen. Und
anschließend reizte uns wieder Orzola am Fuße des Mirador, das wir
besuchten.
Abergläubisch war keiner von uns an diesem Freitag, den 13. Und so
bescherte uns dieser Tag das wohl erhebendste Flugerlebnis unserer
Reise: Stundenlanges Soaren am Mirador del Rio. Selbst noch ein
Stückchen tiefer unterhalb der Hangkante gab's noch Möglichkeiten,
Aufwind zu finden, und so befanden sich fast 20 Gleitschirmflieger auf
relativ engem Raum in der Luft. Da heißt es, höllisch aufpassen und
trotzdem genießen. Wer nicht toplandete, um die Autos runterzufahren,
der landete auf Meereshöhe und gönnte sich einen Capuccino. Wir
wechselten danach in das Fluggebiet Famara, wo am Fuße des Gebirges
bereits eine andere Fliegergruppe dem Seitenwind zu trotzen versuchte.
So blieb es denn auch bei uns bei einigen "Aufziehübungen", pardon:
Groundhandling. Allein Fränki zeigt uns durch seitliches Versetzwerden
und Balanceakte, dass man sich hochsoaren konnte. Der Abend bot den
gesellschaftlichen und landestypischen Höhepunkt. In Teguise nahmen wir
am vorgebuchten Tisch Platz, aßen sehr gut (was wir eigentlich jeden
Abend so taten) und beobachteten die Vorbereitungen der 6-köpfigen
Live-Band. Es dauerte dann doch noch mehr als eine Stunde, bis sich das
Restaurant füllte - es war später brechend voll - und die Band richtig
authentisch spielte. Thomas swingte stundenlang mit im wogenden
Rhythmus der das pralle Leben genießenden Einheimischen und Peter
schoss jede Menge Fotos. Andreas stellt uns seine Lanzarote-Fotos per
CD allen zur Verfügung.
Am Samstag wehte eine "steife Briese", die das Fliegen unwahrscheinlich
werden ließ. Also zogen unsere Reiseleiter den "Joker" Cuava de los
Verdes, den längsten Lavatunnel der Welt, der sich während der
Vulkanausbrüche 1731 bis 1736 gebildet hatte. Dann wechselten wir zur
Sandwüste bei Famara, an deren Bungalows sich schon jede Menge
"Streusand für den Winter" angelagert hatte. Die Kite-Surfer
beeindruckten uns mit akrobatischen Manövern und rasantem Tempo. Und
dann gab's von Fränki noch einen Geheimtipp: das Piratennest Teneza -
in keinem Reiseführer erwähnt - am Ostrand des Parque Natural de los
Volcanes gelegen und inmitten des Lavastroms, der sich hier ins Meer
ergossen hat. Hart an der Brandung zeigte uns das karge Leben hier noch
einmal die Vielschichtigkeit der Landschaft und der Lebensumstände
dieser nördlichsten Insel der Kanaren.
Sonntag "ging's" nach Hause, wir nahmen Abschied, flogen heim in die
"Schafskälte" und quetschten uns in die Sessel von Air-Berlin. Wir
freuten uns nicht nur über das ausgezeichnete
Preis-Leistungs-Verhältnis, das sich durch frühe Buchung und cleveres
Jonglieren mit den fast täglich wechselnden Flugpreisen der
verschiedenen Anbieter ergab, sondern besonders auch über die
herrlichen Flüge an vier von sechs Tagen, die gute Kameradschaft, das
Kennenlernen der Insel und das Genießen von "Speis und Trank". Wir sind
sehr froh, dass alle wieder gesund nach Deutschland zurückgekehrt sind
und wir ziehen das Fazit: toller Fliegerurlaub und gelungene Reise.
Gerne wieder .
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 27. März 2009 )
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